Wie schreibe ich einen Artikel für die „Worttorte im Hinterkopf“?
Die Frage steht im Titel, deswegen spare ich mir die Einleitung und komme gleich zur Sache: Um einen Artikel zu schreiben brauche ich zuerst ein Thema, über das ich schreiben möchte. Hmmm, was könnte das sein? …. Ah ja, ich habs. Und ich muss natürlich wissen, was ich alles zu dem Thema schreiben möchte.
Wenn ich dann ein Thema habe, brauche ich einen Stift, eine Schreibmaschine oder einen Computer, weil nur mit den Fingern kann ich nicht schreiben.
Wenn ich das und Papier habe, dann kann es losgehen. Im Gegensatz zum Lesen sollte ich nicht mit dem Titel anfangen, den kann ich mir auch noch am Ende ausdenken. Aber wenn ich schon am Anfang eine supergute Idee habe, dann kann ich es ja erstmal aufschreiben. (Ändern geht ja später eh noch) Aber ich fange dann auf jeden Fall mit dem Text an. Da muss ich mir jetzt überlegen, wie ich es für den Leser oder die Leserin spannend mache, aber trotzdem am Anfang alles wichtige sage. Weil manchmal, wenn nicht klar ist, worum es genau geht, die Leute doch wieder weiterblättern.
Um das zu verstehen vielleicht ein paar Beispiele:
Auch 2010 gibt es wieder eine HelferInnenschulung in der Jugendliche und junge Erwachsene erlernen und erleben, wofür die Falken stehen und wie man es weitergibt.
Die Sonne geht auf. Alle in den Zelten schlafen. Plötzlich ertönt “Guten Morgen, guten Morgen …” aus den Boxen des Zeltlagers nebenan. Solche Situationen führten im letzten Jahr im Zeltlager auf Föhr zu viel Ärger und sogar einer Gegenaktion.
In beiden Beispielen wurde versucht in diesem kurzen ersten Absatz alle wichtigen Informationen hineinzutun. Als Hilfe, um rauszufinden, welche Informationen wichtig sind, gibt es die fünf großen W’s, die da sind:
Wer macht was, wann, wo und warum?
Ich muss nicht immer alle dieser Fragen im ersten Absatz beantworten, weil bei manchen Themen gibt es kein “wann” zum Beispiel (z.B. wenn ich über Eichen schreibe, weil die wachsen immer und sind immer da
). Aber die fünf W’s sind halt ein guter Wegweiser durch den ersten Absatz.
Wenn du den ersten Absatz fertig hast, – mit allem wesentlichen und spannend geschrieben – dann kannst du anfangen genaueres zu schreiben über das Thema. Da kann ich dann anfangen, genauer zu erklären, warum das so und nicht anders ist, erzählen, was ich wirklich super oder wirklich doof finde in dem Thema oder ich kann auch Leute zu Wort kommen lassen, die Interessantes zum Thema zu sagen haben. Wenn ich so zitiere, muss ich aber ein, zwei Regeln beachten. Zum einen muss das, was ich da jemandem in den Mund lege in Gänsefüßchen (“”) stehen, zum anderen muss ich natürlich dazu schreiben, wer das gesagt hat. Ein Beispiel hierfür wäre:
“Wenn ihr vom Platz wollt, dann bitte nur zu dritt und meldet euch bei mir ab.”, hatte Laura immer wieder uns gesagt. Aber wir dachten ja gar nicht daran, zu gehorchen.
Solche Sachen machen dann einen Artikel persönlich und spannend. Wie lang so ein Artikel sein soll, das kommt ein bisschen darauf an, wie viel ich eigentlich erzählen will. Aber ich muss ein bisschen aufpassen, dass ich am besten so eine oder zwei Din A5-Seiten fülle mit Text und Bildern. Das heißt, wenn ich am Computer schreibe, – da kann ich nämlich in meinem Schreibprogramm die Zeichen zählen lassen – dass ich etwa 1500 Zeichen für eine Seite und 3000 Zeichen für zwei Seiten schreiben kann. Aber wenn ich es nicht auf Computer schreibe, dann muss ich das halt abschätzen. Aber keine Angst, ich krieg auch nicht den Kopf abgerissen, wenn es etwas mehr oder weniger ist.
Als nächstes brauche ich dann noch ein Bild oder vielleicht auch zwei (drei nur, wenn es ein ganz langer Artikel ist) – am besten Fotos. Und schon ist der Artikel so gut wie fertig. Oder habe ich noch was vergessen? …. ach ja, der Titel! Jetzt, wo der Text fertig geschrieben ist, kann ich mir nämlich dann einen Titel ausdenken, am besten einen, der Lust macht zum Lesen und trotzdem zusammenfasst, was im Artikel steht. Zum Beispiel “Im Zeltlager gab es immer grüne Erbsen zum Mittag und ich mag die nicht” wäre da etwas öde und auch schon sehr lang, obwohl der Titel sehr gut zusammenfasst, worum es im Artikel gehen wird. Besser wäre da vielleicht “Igitt” – das macht neugierig, sagt aber nix über den Inhalt aus – oder “Grüner Erbsen-Skandal auf Föhr” – das macht neugierig und gibt zumindest einen Hinweis.
So weit, so gut. Jetzt habe ich also einen Artikel, einen Titel und Fotos bzw. Bilder. Aber davon ist er jetzt noch nicht in der Zeitung. Ich muss ihn also zu der Redaktion hinschicken. Das heißt, ich schicke ihn entweder per Post an “SJD – Die Falken, Pfaffenstraße 4, 19055 Schwerin” oder aber per Mail an “falkenredaktion@web.de” und dann können ihn die Leute, die die Zeitung zusammen basteln einmal lesen. Manchmal schicken sie auch noch Verbesserungsvorschläge oder so und dann kommt der Artikel in die nächste Worttorte.